Westfälische Rundschau 16.11.2004:
(...) "Singet" war das Thema des abwechslungsreichen a-cappella-Konzertes und singend betraten die Sängerinnen und Sänger gleich die Kirche. (...) Beim achtstimmigen Vortrag der Motette "Singet dem Herrn" von J.S. Bach. Vor dem Hintergrund harmonisch ineinander verwobenen Stimmen munterte der stets wiederholte Hinweis auf, durch Singen dem Lobe Gottes Ausdruck zu verleihen. (...) Mit "Cantate domino" einem Werk des 1954 in Litauen geborenen Komponisten Vytautas Miskinis wurde dei Aufforderung zum Singen in lateinischer Sprache wiederholt. Der gut vorbereitete Chor verstand es, das Schwingen und Schweben dieser Kompostion in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck zu bringen. Beim rhythmisch sehr interessanten Chorwerk "Tungara", bei dem der junge Komponist Stephen Leek, geb. 1959, von der Tonsprache seiner australischen Heimat beeinflusst war, fiel die enorme Präzision des Chores auf (...).
Mit warmem und homogenen Chorklang zeichnete sich das Vokalensemble bei der Komposition "Schaffe in mir Gott" von Johannes Brahms aus. Das im ersten Teil in den chromatischen Schritten ausgedrückte innige Flehen wurde abgelöst von einer tröstenden, ja fast lieblichen Melodik, die vom Sopran bestimmt und von den übrigen Stimmen sehr gefühlvoll untermalt wurde. Im Gegensatz dazu erklang der treibende und energische Rhythmus des Chores zu acht Stimmen "Erbarme dich unser" des 1962 geborenen Komponisten Wolfram Buchenberg. Eine beachtliche Leistung für einen zahlenmäßig so kleinen Chor.
Mit bewundernswertwer Eindringlichkeit gestalteten die Sängerinnen und Sänger unter der sehr intensiven Leitung von Mary Sherburne Buchenbergs mehr mystisch gehaltenes Werk "Ich bin das Brot des Lebens". Bei diesem abwechslungsreichem Konzert war im Gegensatz ein ähnliches Thema unter dem Titel "Benedictio" in ganz anderer Art dargestellt worden. Der aus Estland stammende Komponist Urmas Sisak hatte da ein sehr variantenreiches Werk geschaffen, mit häufigen Taktwechseln und immer wieder überraschend hervortretenden Stimmen. Bei aller Lebendigkeit des Vortrags fehlte es dem Chor dabei nicht an der notwendigen Genauigkeit. Zum Schluss verwöhnte die Chorgemeinschaft ihr Publikum mit vier Spirituals aus der amerikanischen Heimat der Dirigentin. (...)
Das an Überraschungen so reiche Konzert
fand seinen Abschluss mit dem tänzerischen "My God so high" und der
von Temperament sprühenden Melodie "The battle of Jericho" im Chorsatz
von Moses Hogan (1957 - 2003). da konnte ein lang anhaltender,
lebhafter Beifall nicht ausbleiben und blumengeschmückt verließen
die Sängerinnen und Sänger das Gotteshaus ebenso wie sie es betreten
hatten, nämlich singend.
Dirk Hoffmann